UTF-16

Das ist der Eintrag dazu aus unserem IT-Kommunikationslexikon:


Unicode Transformation Format-16
UCS Transformation Format


Als UTF-16 wird ein Codierungsformat für Unicode bezeichnet, das urspünglich immer zwei Byte zur Darstellung eines Unicode-Zeichens verwendete. Sie ist damit gut für die Verarbeitung innerhalb von Programme geeignet, da sich Zeichen gleicher Breite besser handhaben lassen und zwei Byte pro Zeichen noch eine vertretbaren Speicherverbrauch ergeben. Daher wird sie zum Beispiel von Java als Standardformat für die Zeichendarstellung verwendet. UTF-16 war die erste und am Anfang einzige Unicodecodierung, die entwickelt wurde. In vielen älteren Publikationen ist die Bezeichnung Unicode daher gleichbedeutend mit UTF-16 oder UCS-2.

Allerdings reichte auch der Wertevorrate von UTF-16 bald nicht mehr aus. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen wollte man immer mehr Zeichen aus toten Sprachen darstellen können, zum anderen machte die Volksrepublik China mit dem Standard GB18030 eine alternative Codezuweisung für chinesische Schriftzeichen notwendig, die sich nicht auch noch unterbringen lies. Daher mussten größere Formate wie UTF-32 entwicklet werden. Außerdem kam mit UTF-8 ein Format hinzu, das eine variable Anzahl von Darstellungsbytes benutzt.

Um die ganze Sache noch komplizierter zu machen, wurde dann in Unicode Version 4.0 für UTF-16 auch noch die Möglichkeit geschaffen, Unicode-Zeichen im Bereich U+10000 bis U+10FFFF darzustellen. Für diese Zeichen werden zwei Zweibytewörter benutzt, die wie folgt gebildet werden: Von der Nummer des Zeichens wird 65536 (10000hex) abgezogen, da so mehr Zeichen codiert werden können. Danach wird das Ergebnis auf zwei Blöcke zu je 10 Bit aufgeteilt. Dem ersten Block wird die Bitfolge 110110 und dem zweiten Block wird die Bitfolge 110111 vorangestellt. Das erste der so entstandenen Zweibytewörter bezeichnet man als High-Surrogate, das zweite als Low-Surrogate. Das High-Surrogate enthält die höherwertigen, das Low-Surrogate die niederwertigen Bits des Unicode-Zeichens. Der Codebereich von U+D800 bis U+DBFF (High-Surrogates) und der Bereich von U+DC00 bis U+DFFF (Low-Surrogates) ist für diese UTF-16-Ersatzzeichen reserviert und enthält keine eigenständigen Zeichen.

Da diese Codierungserweiterung für alle lebenden Sprachen und Sonderzeichen nicht benötigt wird, sind die ISO mit UCS-2 und auch die meisten Implementierungen des Standards beim der festen 16-Bit-Darstellung geblieben. Dadurch sind aber zwei Varianten für die Umwandlung von UTF-16 nach UTF-8 entstanden. Die korrekte Umwandlung nach Unicode 4.0 sieht vor, dass die mit Hilfe der Ersatzzeichen codierten Werte erst in einen Unicodewert zurückverwandelt und dann in UTF-8 umgewandelt werden. Da aber prkatisch alle älteren UTF-16-Implementierungen von festen Zweibytezeichen ausgehen, wandeln sie die Ersatzwerte einzeln um. Diese Variante hat man nachträglich als CESU-8 standardisiert.

Aktuelle Beiträge

Gastkonten im Azure AD verwalten

Gastkonten im Azure AD ließen sich bisher nur recht grob und entweder manuell oder mit Skript­arbeit verwalten. Mit "Cross-tenant access settings" stehen dem Admin nun granularere Möglichkeiten zur Verfügung – über die Graph-API auch automatisiert. Wer das Aufräumen der Gastkonten zudem mithilfe von Access Reviews an die Anwender selbst delegiert, kann weitere wertvolle Zeit sparen.

Zero Trust über Workloads hinweg

Ein Zero-Trust-Ansatz ist am effektivsten, wenn er sich über alle Standorte und Umgebungen erstreckt, in denen Workloads auf verschiedene Anwendungen und Daten zurückgreifen. Aus diesem Grund unterstützt eine zeitgemäße Firewall-Plattform eine Zero-Trust-Architektur erheblich, indem sie die Netzwerksicherheit so nah wie möglich an die Workloads heranbringt. Wie dies gelingt und worauf es ankommt, erklärt Palo Alto Networks.

Maßnahmen gegen Tool-Sprawl und Schatten-IT

In vielen IT-Abteilungen wächst mit jeder neuen Aufgabe auch die Zahl der Tools – bis irgendwann der Überblick verloren geht. Was zunächst als Hilfe gedacht war, wird dann zum Hindernis. Doppelte Arbeit, Sicherheitsrisiken und Missverständnisse sind die Folge. Der Artikel veranschaulicht, wie dieser Toolwildwuchs entsteht, warum er Teams ausbremst und wie ein gemeinsamer, vereinfachter Ansatz die Kontrolle zurückbringt.