Spoofing

Das ist der Eintrag dazu aus unserem IT-Kommunikationslexikon:


Vorgaukeln eines anderen Netzwerkrechners

1)

Technik zur Reduktion von Netzwerk-Overhead besonders in WANs. Einige Netzwerkprotokolle (z.B. ARP) senden zyklisch Datenpakete mit Management-Funktionen. Das können Routing-Updates oder Lebenszeichennachrichten sein. In WANs bedeutet dies einen signifikanten Overhead durch die geringere Bandbreite.

Spoofing reduziert nun den Bandbreitenbedarf, indem Router als Proxy für die remoten Geräte antworten. Dies gaukelt den LAN-Geräten vor, dass das remote LAN noch verbunden ist, obwohl es das nicht ist. Der Router kann bei WAN-Wählverbindungen (z.B. ISDN) die Fernverbindung nämlich abbauen, wenn eine gewisse Zeit kein Nutzdatenverkehr anliegt (DDR). Ohne Spoofing würde dies nicht gelingen, da durch die zyklischen Management-Datenpakete die Verbindung offengehalten würde. Auf diese Weise können Kommunikationskosten gespart werden.

2)

Das Vorgaukeln von Fremdrechnern kann aber auch zu missbräuchlichen Zwecken eingesetzt werden. So ist Spoofing auch als Einbruchstechnik bekannt. Das funktioniert ungefähr so: Ein Hacker hört mit seinem Rechner C den Datenverkehr von zwei Rechnern A und B mit. Dabei muss er die deterministischen Parameter der Verbindung aufzeichnen, um sie später nachbilden zu können. Will er in Rechner A einbrechen, so muss er zuerst Rechner B außer Gefecht setzen. Dies kann z.B. durch das fortgesetzte Schicken von Verbindungsanforderungen, die nie quittiert werden, geschehen (Denial-of-Service-Attack). Jetzt hat er freie Bahn, um beim Rechner A als Rechner B weiterzumachen. Dabei muss er sich exakt wie Rechner B verhalten, was durch die Deterministik der meisten Protokollparameter gelingen kann.

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